TH1-TH2-TH17-Zytokinprofil

T-Helferstatus

Zu den wichtigsten immunologischen Untersuchungen gehört neben einem regulären Immunstatus mit Messung der absoluten und relativen Immunzellen (CD4, CD8, NK-Zellen usw.) das ursprünglich sogenannte TH1/TH2-Zytokinprofil, dass sich zwischenzeitlich weiterentwickelt hat zum TH1/TH2/TH17-Zytokinprofil. Idealerweise befinden sich die TH1- und TH 2-Helferzellen in der Immunzellbalance. Ist diese nach der einen oder anderen Seite gestört, d.h. im Mangel bzw. in Dominanz, steuern wir mit einer indivuellen maßgeschneiderten Immuntherapie dagegen mit dem Ziel der weitgehenden Wiederherstellung der TH1/TH2/TH17-Immunzellbalance.

TH1 – TH 2- Helferzellen

Die spezifische Immunantwort des Körpers kann über die humorale und die zelluläre Ebene erfolgen. Der Begriff der Helferzellen und die Unterscheidung zwischen TH1 und TH2 Helferzellen wurde im Rahmen der Forschungen zu HIV und Aids bekannt.

Der humorale Weg = TH 2

erfolgt über die Antikörper. Er wird vermittelt über die TH2- Helferzellen und ist besonders wichtig gegen Bakterien, extrazelluläre Parasiten und Darmparasiten

Der zelluläre Weg = TH1

wird über die TH1-Zellen vermittelt. Dieser ist besonders wirksam gegen Viren, intrazelluläre Parasiten und zur Elimination von kanzerogenen Zellen im Frühstadium und bei Metastasierung.

Durch diverse belastende Faktoren kommt es zum sogenannten TH2-switch, d.h. zur Dominanz der TH2-Helferzellen mit erhöhter Antikörperproduktion.

Hauptfaktoren für den TH2-Switch

Oxidativer Stress

  • Impfungen, Schwermetalle, UV-Strahlung
  • Abgase, Ruß, Asbest, Pestizide
  • Antibiotika/Sulfonamide (hohe Dosis/lange Zeit)
  • Candida, Immunsuppressoren
  • Zytotoxische Mittel wie Virustatika, Fungistatika, Purinblocker

Nitrosativer Stress

  • Psychischer Stress, Dys-Stress
  • Nikotin, Alkohol,
  • Aufputschmittel, Amphetamine, Poppers (Amylnitrit)
  • NO-Gas-Überstimulation
  • Chemie in Nahrung, Wasser, Atemluft
  • Eiweißmangel, Vitamin D-Mangel
  • Thiol-Mangel: Glutathion, Selen, Liponsäure
  • Schwangerschaft, Lebensalter ab 40. Lebensjahr

Der Abbau von Giften verbraucht zudem Glutathion, das normalerweise die Balance zwischen TH1 und TH2 regelt.

Cellsymbiosis

Dr. H. Kremer (Cellsymbiosis) gab hinsichtlich der bei HIV-Infektion häufig auftretenden TH2-Dominanz die folgende Ursachen-Definition, die sich ebenso auf andere virale und sonstige chronische Erkrankungen mit Störung der TH1 / TH2-Immunzellbalance übertragen lässt:

„Die Ursachen sind vielfältiger Natur: Toxische einschließlich pharmakotoxische, traumatische, nutritive, mikrobielle, alloantigene,…umweltbedingte, gravierende psychische und altersabhängige Stressfaktoren können einzeln oder summarisch, als lebenszeitabhängige Einflussnahme auslösend sein.“

Quelle: Die stille Revolution der Krebs- und Aids-Medizin, 2001, S. 133

Spektrum der Zytokine


IMD Labor, Berlin

Zur Bedeutung der Zytokine  

Die T-Helferzellen produzieren je nach Unterart (TH1 oder TH2) verschiedene Zytokine (Botenstoffe), die B-Lymphozyten und Plasmazellen zur Produktion verschiedener Immunglobuline veranlassen.

Interleukin 2

wirkt auf andere Lymphozyten und NK-Zellen stimulierend. Dieses Zytokin wird von allen TH-Untergruppen nach antigener Stimulation ausgeschüttet und aktiviert Lymphozyten. Es ist ein guter Indikator für die aktuelle Immunkompetenz.

Interferon-gamma

ist das wichtigste Zytokn der TH1-Helferzellen. Es löst inflammatorische Immunreaktionen aus. Diese dienen der Eliminierung intrazellulärer Erreger wie Viren, intrazelluläre Bakterien. Bei überschießender Reaktion wirken sie gewebeschädigend.

Interleukin 17

IL 17 wird von den erst kürzlich beschriebenen TH17-Helferzellen produziert. Sie vermitteln ähnlich IFN-y proentzündliche Effekte. Sie sind aber eher bedeutsam bei chronisch-entzündlichen Immunprozessen. Dadurch kommt es zur Persistenz von Erregern und Antigenen, was zur Chronifizierung von chronischen Infektionen und Autoimmunerkrankungen führt.

Interleukin 4

Wird, wie auch Interleukin 5 von den TH2-Helferzellen ausgeschüttet. Diese fördern B-Zellen in Plasmazellen und stimulieren die Antikörper-Synthese. Eine gesteigerte IL-4-Synthese führt zur TH2-Dominanz wie bei Allergien, Autoimmunerkrankungen und verschiedenen chronischen Infektionen.

Bei chronischen Viruserkrankungen mit HIV, Epstein Barr Virus (EBV) Herpes (HSV) Cytomegalie (CMV), Variella Zoster (VZV), HHV-6, Borrelien und Chlamydien und anderen intrazellulären Erregern besteht häufig eine TH2-Dominanz, was die natürliche Heilung verhindert.

Interleukin 10

IL 10 wird vor allem von TH2-Helferzllen-Zellen und regulatorischen T-Zellen (Treg) produziert. Da es überschießende Reaktionen des Immunsystems verhindert wirkt es antientzündlich. Es spielt daher eine wichtige Rolle hinsichtlich der Beendigung von Entzündungsreaktionen und der Entwicklung einer Immuntoleranz.

Laborbefund TH1-Dominanz


IMD Labor, Berlin

TH1-Dominanz – TH2-Mangel

  • Autoimmunerkrankungen
  • Basedow Krankheit
  • Hashimoto-Thyreoditis
  • Multiple Sklerose
  • Sarkoidose
  • Tuberkulose, abgekapselte Form
  • Diabetes Typ 1
  • Rheumatoide Arthritis
  • Sjögren-Syndrom
  • Depressionen
  • Kontaktdermatitis z.B. Nickel
  • Schwermetallvergiftungen, -belastungen
  • Psoriasis (Schuppenflechte)
  • Darmparasiten
  • Morbus Crohn
  • Neigung zu Fehlgeburten
  • Schistosomiasis (trop. Wurmerkrankung)

Laborbefund TH-2- Dominanz – TH-1-Mangel


IMD Labor, Berlin

TH2-Dominanz – TH1-Mangel

  • Krebs
  • Virale Belastungen: HIV, Herpes, Cytomegalie, Hepatitis B+C, Variezella Zoster (Gürtelrose), HPV (Papilloma), EBV-Epstein-Barr-Virus
  • Pfeifferr‘sches Drüsenfieber
  • Chlamydien, Borreliose, Syphilis und andere Bakterien
  • CFS/Chronic Fatigue Syndrom = Chron. Erschöpfungssyndrom
  • Leaky-Gut-Syndrom (Durchlässige Darmschleimhaut)
  • Atopische Dermatitis
  • Asthma bronchiale
  • Blutvergiftungen
  • Schizophrenie
  • Mykosen (Candida, Aspergillus)
  • Typ I Allergien (Rhinitis, Konjunktivitis, Pollinose (Heuschnupfen)
  • Nahrungsmittelallergien Typ I und III
  • Chronische Vaginitis (Scheidenentzündung)
  • Lupus erythematodes
  • Arteriosklerose, systemische
  • Histaminüberschuss (Mastozytose); TH2 stimulierte Mastzellen
  • Nikotingebrauch
  • Drogengebrauch

TH1/TH2-Balance

Bei Erstuntersuchung sollte unbedingt ein großes Zytokinprofil veranlasst werden. Bei späteren Kontrolluntersuchungen kann evtl. (aus Kostengründen) lediglich die TH1/TH2-Balance untersucht werden.

Laborbefund TH1/TH2-Balance


IMD Labor, Berlin

Immunmodulatorische Therapie

Eine immunmodulatorische Therapie ist ohne diese Immunanalyse nicht möglich, weil die TH1/TH2-Balance häufig stadienabhängig ist und selten nur ein isoliertes T-zellulär bedingtes Entzündungsgeschehen beim Patienten vorliegt. Daher wird die Untersuchung des TH1/TH2/TH17/Treg-Zytokinprofils vor jeglicher immunmodulierender Behandlung eines Patienten empfohlen. In Kenntnis der Ausgangssituation kann mit einer Kontrolle nach Therapiebeginn deren Erfolg eingeschätzt werden.

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